Isabel B.

Zu meiner Vorgeschichte. Ich hatte im Dezember einen sekundären Kaiserschnitt, aufgrund von Geburtsstillstandes (Muttermund öffnete sich nur bis 7cm, Baby ist nicht ins Becken gerutscht). Meine Tochter kam mit 4.450gr auf die Welt und alle waren sich einig, dass der Kaiserschnitt bei diesem Gewicht unumgänglich war und damit hatte ich mich so gesagt „abzufinden“.

Ich war so verliebt in meine wunderschöne Tochter, dass mir ganz schnell klar war, meine Tochter wird nicht mein einziges Kind bleiben.

Ich wurde ca. nach guten 1.5 Jahren wieder schwanger. Diese Schwangerschaft sollte aber nicht von langer Dauer sein und es war klar, dass irgendwann das kleine Herzchen von unserem Seelchen (so nenne ich unser tapferes Sternenkind. Tapfer, weil ich mich sehr stark mit dem Baby verbunden gefühlt habe und es auch länger und größer geworden ist, als angenommen) aufhören wird zu schlagen. Ich hatte die Wahl, zum Arzt und eine Ausschabung/Abtreibung vornehmen lassen oder einfach meinem Körper, meinem Baby und dem Leben Vertrauen. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und entschieden, dass mein Baby selbst darüber entscheiden darf, wann sein Herzchen nicht mehr schlagen will. Ich bin normal zur Arbeit und hatte notfalls dicke Binden überall dabei. Genau zum Wochenwechsel in die 10 SSW habe ich nach einem netten Abend mit Freunden angefangen zu bluten und ich wusste, nun ist mein Seelchen gegangen. Es war nicht nur die Trauer die mich begleitet hat, sondern absoluter Stolz darüber, wie tapfer mein Seelchen war. Dieser Moment alleine im Badezimmer war unglaublich ruhig und auch friedlich. Am nächsten Tag ist mein Seelchen geboren, ca. so groß wie eine kleine Mandarine, mit einer winzig kleinen Nabelschnur. An dem darauffolgenden Tag kam die Plazenta, ich hatte mich darüber gewundert, wie groß die schon war. Ich hatte also eine kleine Geburt, ganz ohne Ärzte, ganz ohne alles nur mein Seelchen und ich. Diese Erfahrung hat mich unglaublich wachsen lassen und ich bin nochmal schwanger geworden. Alte Gefühle hatten mich teilweise eingeholt, Gefühle der Angst und Ohnmacht bei der Geburt meiner Tochter. Schließlich hatte ich nun schon ein Kind Zuhause und was ist, wenn ich bei meiner Tochter noch Glück hatte, dass ich „so glimpflich“ davon gekommen bin? Ich hatte jedoch geschafft, mich positiv auf die Geburt einzustellen, mich sogar zu freuen. Schließlich hatte ich schon mal mit unseren Seelchen eine unglaubliche Kraft bewiesen und das schaffe ich nochmal. Es gab daran nichts zu rütteln.

Dann kam das Vorgespräch im Krankenhaus, ohne Partner, wegen Corona. Aufgrund des KS wurde mir dieses empfohlen. Der Arzt hat von Risiken, von KS und sogar vom möglichen Tod meinerseits oder meines ungeborenen Jungen geredet. Ich war ohnmächtig, alle negativen Gefühle hatten mich wieder und noch schlimmer eingeholt. Ich habe abends meine Tochter ins Bett gebracht, und als sie in meinen Armen einschlief überkam mich die Trauer. Wie egoistisch konnte ich sein, mein Leben aufs Spiel zu setzen, nur um noch ein Kind zu haben und am Ende noch meine Tochter zu verlieren? Und obwohl ich meinen ungeborenen Sohn schon so liebte, war meine Tochter schon so präsent, sie lebte vor mir mit ihren fast drei Jahren und brauchte mich so sehr. Und egal, wie ich mich heute für meine Gefühle schäme, ich hatte mir in diesem Moment gewünscht, nie schwanger geworden zu sein und damit verlässlich für meine Tochter da sein zu können. In diesem Moment wusste ich, ich brauche Hilfe und in dieser aussichtslosen Situation traf ich im Internet auf Josie. Ich hatte Fragen, darüber, was bei meiner Tochter falsch gelaufen ist, um es bei meinem Sohn anders zu machen. Die Geburt meiner Tochter nochmal richtig zu verstehen, um bloß nicht noch einmal in diese Situation eines KS zu kommen. Ich wollte mich nicht noch einmal wie ein Schwein auf der Schlachtbank fühlen. Dazu muss man wissen, laut Arzt im KH/Statistik, wäre es in meinem Fall das sicherste gewesen, einen geplanten KS durchzuführen. Ansonsten gibt es eben Statistiken die bis hin zum Tod des Babys oder der Mutter gehen. Aber ich hatte Leben in mir und wollte Leben schenken und nicht über den Tod nachdenken.
Josie hatte mir viele Fragen beantwortet und so ist sie immer mein Engel gewesen, der mich gefunden hat, in meiner aussichtslosen Lage.

Josie musste erst einmal die Geburt meiner Tochter mit mir besprechen. Da haben sich zwei Knackpunkte ergeben 1. Baby zu groß und 2. rutscht nicht ins Becken.

Josie hat mir unter anderem erst einmal die neuen Leitlinien diesbezüglich vorgestellt. Sie hat mich aufgeklärt und meine vorangegangene Geburt aufgearbeitet. Nach und nach habe ich immer mehr verstanden, wie Geburt funktioniert, was ich noch aktiv machen kann. Sie hat mir im Vorfeld Übungen gezeigt, die ich täglich machen sollte, damit sich das kindliche Köpfchen richtig einstellen kann. Und das wichtigste war, sie war für mich da und hat mir zugehört. Sie hat erkannt, welche Ängste ich vor einem KS hatte, wie ohnmächtig ich mich damals gefühlt habe. Das ein KS für mich fast gleich bedeutend war, wie der Tod, da ich bei dem KS solch Herzrasen hatte, dass ich immer dachte, ich sterbe. Wahrscheinlich konnte ich ein Medikament nicht so gut vertragen, weswegen ich viel Adrenalin ausgeschüttet habe und deswegen solch Herzrasen hatte. Ich hatte einfach Angst, musste mich aber mit Josie auch dieser Angst stellen und nach und nach wusste ich wieder, mein Sohn will Leben und mein Körper will auch Leben und zusammen werden wir diese Geburt meistern.
Wenn ich heute darüber nachdenke, was mir Josie geschenkt hat, muss ich in mich hinein Lächeln. Weil, was hat sie mir nicht geschenkt? Sie hat mich so bestärkt, dass ich eine wunderschöne Geburt hatte und noch dazu verstehe endlich die Geburt meiner Tochter, nach der ich einfach traumatisiert war. Endlich kann ich sagen, zwei Kinder sind durch mich geboren und akzeptiere den KS als Geburt und nicht als Versagen. Auch, wenn die Geburt meines Sohnes schöner war, da er spontan zur Welt gekommen ist. Ich kann, dank Josie, das einmalige Gefühl haben, wenn einem das Kind auf den Bauch gelegt wird. Jeder Mensch lebt nur einmal und ich durfte in meinem Leben ein Kind normal gebären. Diese Urgewalt hat mich als Mensch und Mutter unglaublich stark werden lassen. Warum ich diese Geburt so der Hilfe von Josie ankreide ist, weil es für sie gar nicht in Frage stand, dass ich meinen Sohn nicht normal gebären könne. Sie hat mir aber das nötige Werkzeug gegeben, mit meinen Gefühlen und evtl. körperlichen Schwächen umzugehen. Natürlich habe ich im Endeffekt meinen wunderschönen Sohn geboren, aber ohne Vorwissen wäre ich in meine alten Verhaltensmuster zurückgefallen und dann wäre bei der Geburt die Angst mein ständiger Begleiter gewesen. So war es einfach eine Geburt, mit unglaublicher Urgewalt. Sie hat mir in einer verzweifelten Situation, die Vorfreude auf meinen Sohn und das Vertrauen in meinem Körper wieder geholt

So eine natürliche Geburt, ohne jegliche Hilfe von „außen“ hat zieht einen unglaublich guten Rattenschwanz mit sich. Während ich bei meiner großen Tochter mit Still Problemen usw zu kämpfen hatte, war das Wochenbett mit meinem Sohn sehr entspannt, friedlich und vor allem unkompliziert. Mein Sohn ist sehr ausgeglichen, hat die Nächte durchgeschlafen und wir mussten nicht zum Osteopathen oder ähnliches, um Schadenersatz leisten zu müssen. Es ist nämlich nicht egal wie wir geboren werden. Josie weiß das natürlich alles und hat sich schützend über meinen Sohn gebeugt, als ich es nicht konnte und dafür werde ich ihr auf ewig dankbar sein.      

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